Manche Dinge brauchen etwas, bis sie an Reife gewinnen. So auch „Die Nacht in der Schule“. Zweieinhalb Jahr nach dem ersten Funken ist nun das Buch herausgekommen. Dabei war die Idee so zündend, dass ich sofort wusste: Das ist es. Eingeflüstert hat sie mir die damalige 5b des Robert-Mayer-Gymnasiums in Heilbronn auf einer Lesung in der Stadtbücherei Heilbronn. „Schreib doch mal was über unsere freche Klasse“, hat der Klassensprecher damals gesagt. „Über eine geheime Übernachtungsparty in der Schule.“

Das hat mich vom ersten Moment nicht losgelassen und ich habe kurze Zeit später die Idee in ein Exposé gepackt: Was, wenn die Übernachtungsparty unter einem schlechten Stern stünde? Wenn die Kleinen nicht allein im Schulhaus sind, sondern dort auf die Großen treffen, die just in der gleichen Nacht ihren Abistreich vorbereiten? Wenn es zum Kleinkrieg kommt Groß gegen Klein? Und auch sonst noch alles mögliche schief zu gehen droht: Helikoptereltern, die misstrauisch werden, die Polizei, die plötzlich vor der Tür steht etc. ?
Ihr seht, es ist ein turbulentes, rasantes Abenteuer, das gerade frisch bei Gulliver erschienen ist.
Was eigentlich mit der 5b geworden ist? Die sind heute die 8b. Und logisch, dass ihnen nicht nur „Die Nacht in der Schule“ gewidmet ist. Sie haben quasi auch eine Art Premierenlesung mit Blaulicht, Diskokugel und allem Pipapo gewidmet gekommen – im Fernunterricht leider, da ja noch alle SchülerInnen im Homeschooling waren. Frau Ganßer von der Stadtbücherei war auch mit dabei und auch die alte Deutschlehrerin Frau Herrig. Es war wirklich ein wunderbares Wiedersehen. Denn sowohl die SchülerInnen hatten noch ganz viele Erinnerungen an unsere Lesung von damals. Zwei haben sogar noch eine Autogrammkarte von damals aufgehoben. Wenn das kein Grund ist, sentimental zu werden …
Jedenfalls freue ich mich schon auf den nächsten kreativen Input. Den haben mir die SchülerInnen nämlich gleich versprochen. Und dann dauert es hoffentlich keine zweieinhalb Jahre mehr, bis diese Idee dann zu einem Buch wird.
Übrigens, „Die Nacht in der Schule“ ist in der Reihe Super lebsare Bücher bei Gulliver erschienen. Eine Reihe für Kids, die sich manchmal mit dem Lesen ein bisschen schwerer tun. Deshalb ist dieses witzige Abenteuer besonders rasant, besonders schnell – und dabei immer ganz easy zu lesen.
(Was ich Euch auch nicht vorenthalten mag, ist ein ganz prima Artikel in der „Heilbronner Stimme“: https://www.stimme.de/heilbronn/kultur/artikel/wie-mit-hilfe-von-heilbronner-schuelern-ein-kinderbuch-entstand;art140956,4456556)


Dieses letzte Bild der letzten Lesung im Kanton Zürich hätte es besser nicht ausdrücken können: Die Kids der sechsten Klasse haben auf Post-its Smileys mit „Cool“ und lachenden Gesichtern gemalt. Was für ein wunderbarer und saucooler Ausklang einer Lesewoche!

Vor fünf Jahren ist mein erstes Buch erschienen. Und als ich das Paket mit meinen Belegexemplaren aufgemacht habe, dachte ich wirklich, das ist der größte Höhepunkt meiner Autorinnenkarriere. Weit gefehlt, es haben sich danach viele dieser Momente aneinander gereiht, viele Unpackings, viele außergewöhnliche Lesungen, unvergessliche Begegnungen, viele Gänsehautaugenblicke …
Der November ist immer der geschäftigste Monat für uns Kinder- und Jugendbuchschreibende. Rund um den Vorlesetag am 20. November sind immer die meisten Lesungen. Auch für mich wären es 22 Veranstaltungen gewesen – allein 13 davon in Braunschweig zur Jugendbuchwoche, sechs im Zusammenhang mit der Kinder-und Jugendbuchwoche Schleswig-Holstein. Ich mag das ja – viel zu tun, lustige Kinder, viele tolle Begegnungen mit netten und sympathischen Buchleuten und – wenn’s gut läuft – noch ein paar nette Abende mit Kollegen. Mit den neuen Corona-Bestimmungen sah es plötzlich ganz anders aus. Das Reisen wäre zwar gegangen, aber mit Maske zu lesen ist schwierig – die ganze Mimik bei mir geht verloren. Und es ist total schade, wenn man gar nicht sehen kann, ob das Publikum jetzt lacht oder weint oder gähnt hinter seiner Maske.
schön. Eine La-Ola-Welle durch drei Klassenzimmer hinweg zu dirigieren hat was. Und mehrere Klassen beim Quiz im Chat-Wettstreit auch. In Braunschweig am Christopherus-Gymnasium waren sogar vier Klassen gleichzeitig am Monitor. In der Grundschule in Lübeck hat der Rektor höchst persönlich alle Kabel verklebt, dass niemand stolpert. Digitalisierung hat er kurzerhand zur Chefsache erklärt.
Klar, man ist vor technischen Pannen nicht immer gefeit, aber ich finde, dass man nicht sagen kann, die Schulen würden sich nicht in die Digitalisierung reinhängen. Ich habe wirklich engagierte LehrerInnen, BüchereileiterInnen und RektorInnen getroffen, die sich da echt reinknien und die ausgesprochene Profis in Jitsi, Zoom, iServe oder Big Blue Button sind. Danke. Ein großes digitales Danke. Und ganz besonders Frau Schnerr von der Stadtbücherei Lübeck, die mir das Worträstel K.O.-Rona geschickt.





Jetzt ist es amtlich, ich bin offiziell zertifizierte Liebesromanautorin. Die Jury des DELIA Jugendliteraturpreises hat sich in diesem Jahr für „Meine Checkliste zum Verlieben“ entschieden. Das ist eine derartig große Ehre, mit der ich so überhaupt nicht gerechnet habe. Denn dieses Jahr waren so richtig viele gute Bücher mit nominiert, dass ich auf ganz andere Gewinner getippt hätte. „Roberta verliebt“ von Judith Burger zum Beispiel, „Grüne Gurken“ von Lena Hach, „Alabasterball“ von Beatrix Mannel oder „One True Queen“ von Jennifer Benkau, die ich alle sehr empfehlen kann. Allein die Shortlist-Nominierung war deshalb schon so etwas wie ein Ritterschlag. Deshalb hat es mich umso mehr überrascht, wirklich den DELIA Jugendliteraturpreis gewonnen zu haben. Eigentlich glaube ich es immer noch nicht.
„Meine Checkliste zum Verlieben“ ist jetzt fast ein Jahr alt und kommt in diesen Wochen trotzdem noch zu ganz schön viel Ehren. Am vergangenen Freitag, dem Valentinstag, hat die Jury ihre Nominierungen für die Shortlist bekannt gegeben. Und die Checkliste ist eine der zehn Büchern auf der Shortlist für den DELIA-Jugendliteraturpreis. Das war eine echte Valentins-Überraschung, als die Mail der Jury bei mir eintraf, denn ich wusste nicht mal, dass der Titel überhaupt eingereicht war.