Auf Hoher See mit Käpt’n Book

Die Bonner können nicht nur Karneval, sie können auch Bücher. Und vor allem Kinderbücher. Das Käpt’n Book Festival, das nicht nur in Bonn, sondern mittlerweile über alle Stadtgrenzen heraus gewachsen ist, ist der eindrucksvolle Beweis. 46 Kollegen waren mit dabei, darunter so große Namen Christian Linker, Judith Burger, Thomas Engelhardt, Rüdiger Bertram, Maja Nielsen oder Jutta Nymphius.

Bereits zum zweiten Mal war ich dabei und es war ein bisschen wie Heimkommen, denn viele der Orte kannte ich schon: Die Bücherei in Tannenbusch zum Beispiel. Oder das Axenfeldhaus in Godesberg. Das Schöne an den vielen Einsatzorten ist, dass man ganz viele Seiten von Bonn kennenlernt, viele unterschiedliche Kinder und Klassen und ganz andere Dinge, die die Kinder so  beschäftigen.

So zum Beispiel die Viertklässler der Finkenhofschule, die gerade selbst Gruselgeschichten schreiben und die grauenhaftesten Monster dazu in Zuckerkreide gemalt haben. Die wollten ganz konkrete Tipps wie sie eine Überschrift besser hinbekommen und wie man überhaupt besser schreibt. Die Tipps fallen bestimmt auf fruchtbaren Boden: Sage und schreibe 25 und damit mehr als die Hälfte der Zuhörer träumt davon, später mal Autor zu werden. Wer weiß, vielleicht lesen sie später selbst mal bei dem Fest-tief-All.

Klar, dass Die Kids auch ein Mond-Ster gemalt haben, dazu kommt noch der Zebra-Streifen.

 

 

 

Und aus der EÖB der Christuskirche habe ich mitgebracht: das Schaukel-Pferd, die Kreuz-Fahrt und der Steinzeit-Mensch. Allesamt zu finden in der Wort-Acker-dem-ih.

Ach ja, und ein „Käpt’n Book“ war auch dabei. Danke für die tolle Einladung.

Hohe Dichtkunst im Vogtland

Ein Lob – aber für einen fremden Text? Man könnte fast beleidigt sein, wenn einem als Autor das passiert, aber nein  das ist eigentlich eines der schönsten Komplimente für unserem Job. Auf meiner Lesereise durch das Vogtland hatte ich am Donnerstag von der Klassenlehrerin der Oberschulklasse in Oelsnitz einen Gedichtband geschenkt bekommen von Robert Gernhardt (Dankeschön noch einmal!). Weil ich diesen sehr mag, habe ich gleich einen Vierzeiler daraus vorgelesen. Und ein Schüler kommentierte im Zusammenpacken: „Das ist gut.“

Ja, ist es. Da gibt es kein Vorbei. Und auch wenn ich gerade vorher eine gute Stunde lang unter Verrenkungen und ruinösem Einsatz meiner Stimme meine eigenen Worte  vorgetragen hatte, war das Beste geschehen, was man in einer Lesung erleben kann: Irgendwo ist ein Funken Literatur, ein Fünkchen  Geschriebenes übergesprungen. Wenn dann ein Sechstklässler ein Gedicht meiner leichten Unterhaltung vorzieht – egal. Mission erfüllt. Außerdem kann man ja nicht sagen, dass die acht Lesungen im Vogtland so völlig frei von Feedback gewesen wäre.

Begeisterte Sprechchöre in der Grundschule in Ellefeld, Schattenspiele in Klingenthal, peinlichen Einlagen mit explodierenden Milchdöschen in Markneukirchen und durchaus einigen recht tiefgehenden Fragen. Ob man als Vorleserin eigentlich vor jedem Auftritt nervös sei, las jemand von seinem Zettel vor. Ja, kann ich da nur sagen, unfassbar muss auch so sein, weil man nur mit ein bisschen Aufregung aufmerksam und spontan sein kann. Weil man nur dann keine Abziehbild- Veranstaltung macht und jede Lesung anders werden darf und kann.

Bleibt nur zu sagen, dass ich wirklich bei allen Lesungen ziemlich aufgeregt war, ein riesiges Dankeschön an das großartig liebevolle Team vom Literaturwagen, allen begeisternden Lehrern und allen anderen Vogtländern.

Wiederbegegnung in Fulda

Feuertaufe für die Trabbel-Drillinge in Fulda. Beim Leseland Hessen lauschten auch jede Menge männlicher Zuhörer den Mädchen-Geschichten der großstadt-schrillen Drilllinge. Und fanden es wohl gar nicht mal so schlimm, dabei auch mal in den sauren Apfel, äh in die bittere Kakaobohne zu beißen. Das hier übrigens hat die Schule darüber geschrieben:

https://www.domschule-fulda.de/sekundarstufe/nachrichten.html

 

Was ich an Fulda wo ich nun schon zum zweiten Mal war, außerdem so mag? Neben der fulminanten Betreuung vor allem das regelmäßige persönliche Begrüßungsschreiben vom Oberbürgermeister. So was erlebt man auch als reisender Autor nicht unbedingt oft. Da muss man nicht weiter beweisen, dass die Literatur in dieser Stadt tatsächlich einen starken Stellenwert hat.

Heißer Lese-Herbst

In Bayern hat nun endlich auch wieder die Schule angefangen. Für Kinderbuchautoren heißt das gleichzeitig, dass die neue Lese-Saison anfängt. Meine ist in diesem Herbst sehr ausführlich. 44 Lesungen stehen auf dem Programm und die Reisen führen mich ziemlich weit. Bis hoch nach Münster oder Göttingen. Was ganz fein ist: Ganz viele Gelegenheiten, bei denen ich im Herbst am Bodensee lesen darf!

Einige Locations kenne ich schon und freue mich jetzt schon auf ein Wiedersehen. Zum Beispiel mit einem bildschönen Fulda, mit dem entdeckungsreichen Vogtland und mit der alten ehrwürdigen Hauptstadt Bonn.

Hier könnt Ihr der „Linkslesestärke“, dem „Theoretikerclub“ und den „Trabbel-Drillingen“ lauschen. In Pforzheim und in Northeim könnt Ihr sogar dazu auch noch leckere Pralinen mit mir machen.

Wer will noch? Natürlich nehme ich auch noch weitere Anfragen an.

Und hier alle Termine im Überblick:

Gunzenhausen, Stadtbücherei, „Theoretikerclub“, 17. September, 16 Uhr

Münster, Arnold-Jansen,Gymnasium, „Thereoretikerclub“, 21. September, Schul-Lesung

Fulda, im Rahmen des Leseslands Hessen, 24. September, Schul-Lesungen

Vogtland, LiteraturWagen,  25. September- 28. September

Käpt’n Book Lesesfestival, Bonn und Rheinland, 10.-12. Oktober

Gilching, Buchhandlung Leselust, 14.Oktober, 15 Uhr

Tübingen, Frederik Tage, 15.-19. Oktober

Konstanz, 7. und 8. November

Pforzheim, Thalia, 10. November, 14-17 Uhr Pralinen-Workshop

Singen und Stockach, Jugendbuchtage, 14. – 16. November

Northeim, 22. November, Buchhandlung Grimpe, 16 Uhr Pralinenworkshop

Kreativ-City Heilbronn

K3, so abgeklärt und nüchtern haben die Heilbronner ihr gläsernes Haus getauft, in dem sie neben dem Theaterforum auch ihre Bücherei und – lustigerweise – auch ein Spielwarengeschäft, eine Lotto-Bude und einen Bäcker untergebracht haben. Aber das täuscht: Die Heilbronner Bücherei ist echt riesengroß, mit respektablen 200.000 Medien ausgestattet (darunter auch der „Theoretikerclub 1/2“ von mir!), hat eine eigene Lese-Marke den Clix-Club aufgebaut und – vor allem ein kreatives Publikum, das seinesgleichen sucht.

Bei meinen beiden Lesungen habe ich derart aktive, kreative Heilbronner Kinder erlebt, dass es eine echt inspirierende Freude war. Unter den ersten 60 Zuhörern schrieb mindestens die Hälfte der Kinder selbst Geschichten, einige hatten sogar einen ganzen Roman in der Schublade. Ich musste mit meinen Schriftstellerkollegen tiefgreifend lange darüber fachsimpeln, ob man besser mit oder ohne Exposé arbeitet, wie man den roten Faden behält und wie viele Seitenarme eine Handlung verträgt. Mit Fünftklässlern! Gut, dass die Bücherei in den Ferien Schreibkurse anbietet, so viel kreatives Potenzial will gehoben werden.

Und wer denkt, das kann man nicht toppen – weit gefehlt. Die nachfolgende Truppe – ebenfalls 60 Kinder – schlug rotzfrech vor: „Können Sie nicht mal was über unsere Klasse schreiben? Einen Roman, in dem wir alle vorkommen?“ „Sowas wie: „Die komische 5b“. So ein Ansinnen hatte ich bisher noch in keiner Lesung. Und als ich dann fragte, was für eine Art dieser Roman denn sein sollte, kamen die jungen Zuhörer mit richtig guten Plot-Ideen ums Eck. Eine davon hat mir so gut gefallen, dass ich mir wirklich überlege, daraus ein Exposé zu backen. Jedenfalls habe ich einen Zettel mit nach Hause genommen auf dem 60 Namen stehen. Der Roman muss wohl von einer ganz großen Klasse handeln …

Und ach ja, ich glaube, ich brauche noch einen weiteren Lesesessel… Meine Entdeckung aus Lindenberg steht ja auch in unserem Wohnzimmer und der hier würde wirklich gut dazu passen.

Nachmaler in Forstinning

Das habe ich noch nie gemacht – ein Worträtsel nachzumalen. Dabei hätte es schon viele Gelegenheiten gegeben. Immer dann, wenn eine Lehrerin oder ein Schüler zu schnell mit dem Tafelwischen ist und ich vergessen habe, schnell noch das großartig kräh-a-tiefe Worträtsel zu fotografieren, das ich unbedingt hier in der Wort-Acker-dem-ih aufnehmen wollte.

Aber an diesem Freitag habe ich alle Zurückhaltung aufgegeben, denn die Süd-Deutsche Zeitung wollte ich unbedingt für die Nachwelt erhalten. Weil ich selbst bei einer Tochter davon arbeite und zweimal die Woche im SZ-Hochhaus zuhause bin.

Leider hatte ich die junge Original-Zeichnerin aus Forstinning nicht mehr erwischt. Wohingegen wir den Zeichner der ebenso witzigen Wal-d-Bären noch schnell bitten konnten, noch einmal nachzuzeichnen. Hier das Ergebnis:

Die Lesung in Forstinning war für mich wirklich was Besonderes, denn nur fünf Kilometer weiter, in Markt Schwaben, habe ich das Gymnasium besucht, eine Grundschul-Lehrerin ist in die gleiche Schule gegangen, die Tochter meines besten Schulfreundes war bei der Lesung dabei und die Büchereileiterin Rubina Knopf kennt nicht nur gefühlt wirklich jeden Leser im Ort, sondern auch mich sehr gut. Wir waren zu Schulzeiten  Nachbarsfreundinnen.

Und dann habe ich natürlich auch noch ein paar weitere Rätsel mitgebracht. Die Wasser-Ratte zum Beispiel, das Ent-Decke-n und das Salz-Wasser.

Im Auge der Leselotte

Das historische Gebäude der Würzburger Bücherei, dessen Rokoko-Fassade schon seit 1629 dort stand , könnte einem schon ordentlichen Respekt einflößen.  Erst ein paar Tage zuvor war Peter Stamm dort zu Gast. Aber sobald man den Falken-Saal im dritten Stock betreten hat, fühlt man sich gleich daheim in Würzburg. Denn überall prangt dort eine Leselotte  – das gelb gepunktete Maskottchen der Würzburger Jugendbuchwochen.

Alle meine drei Reihen standen  auf dem Programm – der „Theoretikerclub“, die „Linkslesestärke“ und ganz neu: „Die Trabbel-Drillinge“. Weil mich gleich eine ganze Herde Leselottes dabei begleitet hat, wurde es ein wunderbarer Ritt durch die Mühen von Theorie und Praxis, durch wahnsinnig kreative Wortspiele und die Geschwisterzwistigkeiten der Drillinge. Und geduldig ist die Leselotte auch, bereitwillig hat sie zu jedem Nerd-Selfie mit Brille und karierter Schirmmütze gelächelt, das die jungen Zuhörer vor ihr geknipst haben.
Dass nicht nur die Würzburger, sondern auch die Nachbargemeinden schöne Büchereien haben, haben mir zuvor übrigens schon die Gemeinde Rottendorf – mit einer Bibliothek im Wasserschloss! – und Markt Höchberg bewiesen. Dort kam zur Abendveranstaltung die ganze Klasse 3c mitsamt Eltern und lauschte der „Linkslesestärke“. Bis auf den letzten Platz waren die bunten Stühle besetzt. Danke an alle Veranstalter für die wundervolle, kreative und liebevoll betreute Einladung nach Würzburg und Umgebung.

Natürlich habe ich auch wieder jede Menge Worträtsel mitgebracht. Allen voran die „Würz-Burg“:

 

Dazu kommen noch das Mon(d)okel, der Super Star, das Uni-Corn, (Raumschiff) Enter-Preis, der Sonnenstrahl, den Kerzenständer.

Ein Prost mit heißer Schokolade

Es war der kälteste Tag des Jahres, dieser Montag. Und gerade heute muss die S-Bahn in München ausfallen. Bei 15,4 Grad minus auf die nächste Irgendwie-nach-München-Fahrgelegenheit zu warten, könnte eigentlich ein denkbar schlechter Wochenstart sein.

Pustekuchen. Ich fand diesen Wochenstart j irgendwie grandios. Heute erscheint das neue Jugendbuch „Die Trabbel-Drillinge – Heimweh-Blues und heiße Schokolade“ bei cbj. Zwei wunderköstlich-leckere Fünfsterne-Bewertungen gibt es schon. Zum genüsslich Wegknuspern:

https://buchverzueckt.blogspot.de/2018/02/die-trabbel-drillinge-heimweh-blues.html

und

https://buecherweltcorniholmes.blogspot.de/2018/02/rezension-die-trabbel-drillinge-heimweh.html?spref=fb

Ein schokoverschmiertes, gänzlich großartiges Dankeschön an Dani von Buchverzückt und Corni Holmes.

Und gleich noch mal puuh, denn gestern lief die Premieren-Lesung ebenso glatt. Natürlich, standesgemäß mitten auf dem Dorf, und ebenso standesgemäß in einem Bio-Hotel … wie das von den Trabbels. Ich finde, es ist ja unvergleichlich viel schwieriger vor Zuhörern zu lesen, die einen gut kennen, als vor fremden. Entsprechend war ich doppelt aufgeregt.

Aber dieses Mal lief alles ohne größere Pannen ab. Der Raum war bis zum letzten Sitzplatz belegt, die Pralinen mundeten und ich habe auch keinen „Fremdschämmoment“ fabriziert (so das Urteil meiner gestrengen Family). Will heißen: Ich bin nicht von der Bühne gefallen (wie beim Auftakt für den „Theoretikerclub und die Weltherrschaft“) oder mit fettrotem Punkt auf der Stirn durch die halbe Republik gefahren (wie peinlich, damals nach der Premiere von „Linkslesemut“).

Insofern mag es vielleicht bitterkalt da draußen sein, ich ziehe mir zur Feier des Tages eine heiße Schoki rein. Das ist eine köstlich-leckere-feine Premiere.

Bild könnte enthalten: Tisch, Getränk und Innenbereich

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat vor lauter superlativen Worten von mir, hier gäbe es ein feines zartschmelzendes Interview mit mir:

https://buchverzueckt.blogspot.de/2018/02/interview-mit-anja-janotta-zu-die.html

 

Im Schatten von Kletter- und Torwand

Die Stuttgarter sind beneidenswert, 41 Jugendhäuser verteilen sich auf das Stadtgebiet. Alle super ausgestattet – mit Kletterwänden, Cafés, Parcour-Plätzen … Als Ex-Münchner und jetzt Umland-Münchner kennt man das so nicht. Man trifft sich zum Kickern, Dart spielen oder auch nur zum Chillen. Nachmittags sind die Jugendhäuser feste Anlaufstelle von vielen Jugendlichen aus der Umgebung.

Am Mittwoch waren die Jugendhäuser in Untertürkheim und in Zuffenhausen knackevoll – bis zum letzten Stuhl besetzt. Und das schon am Morgen zur Lesung „Der Theoretikerclub und die Weltherrschaft“. Jeweils knapp 100 Schüler waren bei den Veranstaltungen der Stuttgarter Kinder- und Jugendbuchwochen dabei.

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Mir haben sie riesig Spaß gemacht, die Lesungen im Schatten der Kletterwand und der Torwand und die Rundum-Sorglos-Zeit in Stuttgart. Den Kids gefiel’s auch, sie standen lange und geduldig Schlange beim Signieren. Theoretisch und praktisch.

Und nur am Rande, weil die Frage wieder aufkam: Nein,  die Katze in Theoretiker-Youtube-Video ist nicht unsere, sondern Marie, die Katze von Freunden meiner Kinder.

https://www.youtube.com/watch?v=WJYwbD9QUp4

 

 

 

Pralinen und Premiere

 Sehen die nicht lecker aus? Mit rosa Glanz und lecker feiner Füllung. Und vollends selbst gemacht. Ich brauche die Pralinen nämlich für die Premieren-Lesung.

Klar, der deutlich pink-strotzenden Farbe nach zu urteilen geht es um kein anderes Buch als die „Trabbel-Drillinge“ Franka, Bella und Vicky.

Die drei Stadtgören sind echte Celebrities. Weil ihnen der Rummel über den Kopf wächst, werden sie von Mutter Babs in die Provinz verfrachtet. Das gibt Ärger und Heimweh und es braucht jede Menge himmlischköstlichen Trost-Kakao, bis sich das Chaos wieder einrenkt.

Weil Franka nicht nur tolle heiße Schokolade macht, sondern auch die besten Pralinen der Welt, habe ich selbst welche machen müssen. Die Pralinen sind so unterschiedlich wie die Drillinge sind: frech-scharf, süß-lieblich und neugierig-exotisch.

Wer sich traut, kann eine probieren am:

25. Februar, 14 Uhr im Gasthof Plonner in Weßling/Oberpfaffenhofen.

Ich würde mich riesig freuen, wenn Ihr kommt!

Und damit Ihr Euch auf dem Land nicht verirrt, hier eine Anfahrts-Beschreibung.