Mosbach: T-Tu-Wirrer und der neue türkische Präsident

In Mosbach im Odenwald kann man sich quasi nicht verlaufen – denn überall in der Fußgängerzone weisen Kunstfiguren den richtigen Weg. So wie hier die drei alten Damen.

Wo’s für die Mosbacher Kinder lang geht, ist ihnen auch schon klar. (Mosbach übrigens mit kurzem O, habe ich mir von den Odenwäldern sagen lassen!). Gefragt nach ihren besonderen Berufswünschen, hatten sie Großes vor Augen: Einer wollte der nächste türkische Präsident werden. Jawoll! Glückwunsch! Ein anderer T-Tu-Wirrer. Und ein ganzes Team angehender Top-Handballer wie -Fußballer ist auch zu den Lesungen der „Linkslesestärke“ angetreten. Ich denke, man wird noch einiges aus Mosbach zu hören bekommen.

Mitgebracht habe ich übrigens jede Menge neue Wortspiele: Erd-Beere, Ka-Mehl, Licht-Schwert, Frosch-König und den Ei-Fehl-Turm.

Ach ja, eine neue Lieblingsbuchhandlung habe ich auch gefunden: Kindlers in Mosbach macht den besten Kaffee, den ich je in einer Buchhandlung getrunken habe. Ehrlich. Und ich bin wirklich verwöhnt. Im eigenen Café Käthe werden nämlich Bohnen aus der Orts-Rösterei Hagen  aufgebrüht. Lecker!

 

 

Saarlouis in strahlender Sonne

Bild könnte enthalten: Himmel, Baum, Pflanze und im FreienSaarlouis wurde gegründet vom Sonnenkönig Ludwig. Und das merkt man irgendwie auch: Strahlende Sonne am Tag der „Theoretikerclub“-Lesung, sonnige Kinder und ein warmherziger Empfang in der Stadtbücherei (die älteste kommunal geförderte Bücherei Deutschlands, habe ich erfahren!). Und auf der Bühne im Theater am Ring haben schon ganz andere Kinderbuchautoren gelesen, Jo Pestum zum Beispiel, den ich als Kind verschlungen habe.

Was will man da noch hinzufügen? Die hausinterne Redaktion hat einen so süßen Artikel zu der Lesung verfasst, dass ich den nur schwer toppen könnte:

https://www.saarlouis.de/home/aktuelles/info/artikel/theoretisch-praktisch-begabt-autorenlesung-mit-anja-janotta/

Auto-Gramme im Vogtland

Das war wirklich eine sehr, sehr schöne Reise durch das sächsische Vogtland. Mit interessanten Begegnungen (nein, nicht nur mit der ein oder anderen Kuh, sondern auch ganz vielen großartigen Auto-Ren-Kuh-legen), tollen Schulen und noch tolleren Lesungen.

Immer etwas ganz Besonderes sind ja „Linkslesestärke“-Lesungen bei LRS-Klassen. Auch dieses Mal haben die Kids wirklich lustige Wortspiele erfunden – den Enten-Gang zum Beispiel oder das Schlüssel-Band. Und von den Erstklässlern, die gerade mal ein paar Wochen in der Schule sind,  kamen so schlaue Zeichnungen wie Pferde-Äpfel und Tisch-Ecke

Zwei Tage später in Lengenfeld haben sich die Kids nahezu überschlagen mit ihren linkslesestarken Ideen – das muss an den nahenden Herbstferien gelegen haben. Von meinen Lesungen dort habe ich mitgebracht: Bett-Men, Sonnenblumen-Öl, Fenster-Sprosse, Park-Uhr und Auto-Gramm.

Apropos Auto-Gramm. Das 1000ste Autogramm für den „Theoretikerclub“ war im Vogtland auch fällig. Eine Fünftklässlerin aus der Oberschule in Lengenfeld hat’s jetzt über ihrem Bett hängen (hoffe ich).

 

Und noch ein Fundstück, das ich Euch nicht vorenthalten will. Die Hausordnung am Gymnasium in Reichenbach hat mir so gut gefallen, dass ich sie unbedingt fotografieren musste. „Lache laut und viel“ und „Sei glücklich“. An dieser Schule kann man sich wirklich wohlfühlen, glaube ich. Schmecken tut’s da übrigens auch, denn die Mensa hat mich und meine supersüße Lesereise-Betreuerin Katja gleich mit verpflegt! Ganz herzlich Danke an alle. Es war toll.

Ach ja, und wenn ihr noch ein Foto von mir mit viel zu engem Tisch-hört sehen wollt, das gäbe es hier bei der „Freien Presse“.

Auto-Gramm mal andersherum

Diese Schülerin hatte ja sowas von Recht. Wer sagt eigentlich, dass immer nur wir Vorleser ein Auto-Gramm geben müssen? Haben wir nicht umgekehrt selbst eins verdient? Und deswegen steckte sie mir nach der Lesung diese Widmung zu. Wahrscheinlich kam das Blatt aus der nahen Toll-ih-Jette, weil es schnell gehen musste. Gefreut habe ich mich trotzdem.

„Schee war’s“ übrigens in Hörgertshausen, wo die ganze Schule bei der Lesung der „Linkslesestärke“ dabei war. Man kann sich denken, dass es nicht die größte Grundschule in der Hallertau war – gerade mal 60 Erst-, Zweit-, Dritt- und Viertklässler gehen  in diese I-tüll-Esche Schule.

Mitgebracht habe ich mehrere Wort-Spiele, den Kom-Pass, das Rot-Kehlchen, den Mo-Tor und Sonnen-Creme.

Von meiner letzten Lesung des Schuljahrs, bei der Lese-Pause in Weilheim habe ich leider keine neuen Wort-Spiele mitgebracht. Auf die sonnenbeschienene Bühne hat sich keines der Kinder getraut.  Über 35 Grad waren dann doch zu warm. Da hielt sich das Pups-Likum dann doch lieber im Schatten den Bauch vor Lachen.

Lesung mit prominenter Unterstützung

Das ist ja mal fein, wenn man nicht allein ins Mikro lesen muss.  In Bamberg hatte ich tatkräftige Unterstützung des Stadtsiegers beim Vorlesewettbwerb. Und der hat den Knut wirklich klasse gesprochen. Den Kleinen  kannte er schon, denn Christiane Weiß und Anja Hartmann von der Stadtbücherei hatte den „Theoretikerclub“ ausgesucht als Text für den Wettbewerb für die Bamberger Sechstklässler. Für die Klasse des Gewinners (und der Stadt-Zweiten) gab es je eine Lesung.

Der Stadtsieger übrigens war auch auf Landesebene ziemlich erfolgreich: Er wurde Zweiter aus ganz Bayern. Ein kleiner Promi fast schon, der das Sprechen gerne als Profi weiterführen will. Ich drücke die Daumen, Laurenz!

Mir hat’s in Bamberg mal wieder sehr, sehr, sehr gefallen und natürlich auch in der schönen Buchhandlung Collibri – wo Paul Maar höchstselbst die Deko gemalt hat.

Mehr zur Lesung gibt es übrigens hier.

Premiere mit kontrolliertem Absturz

Premierenlesungen sind immer etwas Besonderes, da kann man so viele Bücher geschrieben haben wie man will (und es sind bis jetzt ja erst einmal nur vier). Die erste Lesung aus einem Buch macht wahrscheinlich jedem Autor Angst.

Und dann waren es auch noch soooo richtig viele Zuhörer – 158 Kinder, sieben fünfte Klassen aus Lindenberg im Allgäu. Simone Kitz, eine meiner absoluten Lieblingsbuchhändlerinnen, war mindestens ebenso aufgeregt wie ich, als wir die vielen Kinder über den Hof des Hutmuseums in Lindenberg kommen sahen.

Dabei war die Angst völlig unbegründet – es war wirklich eine wirklich richtig gut gelungene und lustige Premiere mit donnerndem Applaus!

Und bei der zweiten Lesung imn Kulturboden (gleich im Anschluss) fiel die Autorin vor lauter Begeisterung und Gestikulieren gleich mal von der Bühne. Ist nichts passiert- es war nur ein kleiner Schritt für mich – und ein großer für 111 Lacher im Publikum. Das mit dem richtigen Stage Diving muss ich wohl noch  lernen. (Die Bilder hat Buch Netzer geschossen, übrigens, allerdings war ich da noch auf der Bühne.)

 

 

 

 

Was mich außerordentlich gefreut hat, ist, dass unser Video bei den Lesungen  so gut ankommt. Denn man kann ja nicht über Youtuber schreiben, ohne nicht selbst mal ein Video auf Youtube veröffentlicht zu haben. Und – es hat bis jetzt  nicht gar so viel Aufmerksamkeit wie Bibi, aber immerhin auch zwei Million Dislikes weniger 😉

 

 

Schiffe, Spitzendeckchen, Nerds und Wortspiele

Im Norden geht es bei Lesungen mitunter ein bisschen anders zu als im Süden. Da darf auch so ein Tüddelkram wie Mutterns gute Spitzendecke nicht fehlen. Trotzdem hat der Spagat zwischen Altbewährtem und moderner Nerd-Technik ganz toll geklappt.

Auf Einladung der Büchereizentrale Niedersachsen war ich Ende März in verschiedenen norddeutschen Städten zu Besuch – unter anderem in Ostfriesland (Westrhauderfehn), in Lehrte bei Hannover und in Dinklage. Und für einen kleinen Abstecher nach Klein Meckelsen (ganz genau irgendwo zwischen Bremen und Hamburg) hat es auch noch gereicht.

In Dinklage und in Mickelsen haben die Grundschüler den „Linkslese-„Bänden gelauscht, in Lehrte und Westrhauderfehn den „Theoretikern“. In Lehrte hatten wir sogar Besuch von der „Hannover Allgemeinen Zeitung“, die einen wunderbaren Artikel über die Lesung geschrieben hat. Und ein paar – na ja, sagen wir mal – eher unvorteilhaft nerdige Bilder von mir hat die Reporterin auch geschossen.

Hier geht’s zum Artikel  (leider ist er bis auf einen ersten Absatz kostenpflichtig).

Toll war’s. Und ganz zum Schluss lag sogar hoher Besuch vor dem Veranstaltungsgebäude: Ein Plattbodenschiff hatte im Kanal davor halt gemacht.

So einen Hingucker kriegt man jetzt im Süden nicht unbedingt immer geboten …

Natürlich habe ich auch wieder jede Menge Wortspiele für www.linkslesestaerke.de eingesammelt: Neu in der Wort-Acker-dem-ih sind: Kinder-Arzt, Tor-Schützen-König, Münd-lich, Kopf-Nuss und Welt-Raum sowie Quadrat-Schädel, Trommel-Fell und Stadt-Musikanten.

 

 

 

 

 

 

Von Katzen, Theoretikern und Donald Trump

Am 20. März erscheint „Der Theoretikerclub und die Weltherrschaft“. Und man kann ja schlecht ein Buch über Möchtegern-Youtuber schreiben, wenn man nicht selbst einmal ein kleines Video für Youtube gedreht hat. Nach einer Idee aus „Der Theoretikerclub und die Weltherrschaft“ ist folgender Dreh entstanden.

Tatsächlich mit der echten Katze Marie, die auch die Vorlage für die Marie im Buch war.

Theoretiker first, America Second

(Aus aktuellem Anlass)

Sis is a message from the government of se world.

Dear Mr President. Sis is not, I repeat: NOT another ridiculous Vorstellungs-Video to make any tiny country second. Really ridiculous. Sis is just to inform you. But it will be a great information. Really fantastic. You gonna love it.

From se 20. März on sere will be no difference anymore, if any country is first or second. Because sen we will have a world-leadership. If you apply as world leader, we are afraid se job is already taken. See? You are se leader of se United States. We are se leaders of se hole world.

We do not have to introduce se world to you? Have we? A planet with 7.44 billions of people. Only 59.7 millions of sem voted, ehm are devoted to you. Still somewhat seven billions are left to be devoted to us. Sat should be sufficient for an Inauguration.

Let us introduce ourselves: se new world leaders will be: Albert, Linus, Knut and Roman, 13, 12, 8 and 12 years old. We are se heroes of se novel „Der Theoretikerclub und die Weltherrschaft“, coming up in Germany in March. I translate: „The club of theorists and the world leadership“. No, not terrorists, Mr Pesident, THEORISTS. Our Waffe is se mind.

First of all we are experts in building walls. We have been bulding walls since we have been in first grade. But on se oser hand – who needs walls when you are se leader not only of one territory but of se whole world?  So forget se walls. COMPLETELY forget se walls.

San we are experts in keeping up the leadership. We have studied James Bond and se obstacles of his Superschurken thoroughly.

We do not have a ministry of silly hair und Kopfbedeckungen, for we have a silly dictator-beard. We do not only hide our income from publicity, but also our whole identity. Sometimes. Sis is more sophisticated. You would love it. Really. It’s great.

Since we are a big fan of yours, se biggest fans you would find in se world, we know how important it is to have the right tussis. We do have tussis, believe us. But we haven’t yet found out how to gr … ah forget se tussis. COMPLETELY forget se tussis. Period.

But, se greatest asset we have is our personal stuff. And not even se Mexicans have to pay for it. We even have se best assistants in the world. Not only se totally devoted Knut and some cute kitten.  But also a crazy spokeswomen –Kelly-Anja Janotta. She invents brutal massacres and alternative facts as nobody oser in the world. She calls herself an author. But sis is FAKE NEWS.

But forget about all sis. Sere is only one sing you need to know. No, not where se world is, if you  would like to destroy it. By se way, it looks like sis:

Se only thing you need to know is: We totally understand sat – America wants to be first. But from March on it will be America second. Se „Theoretikerclub“ will rule se world.

„Der Theoretikerclub und die Weltherrschaft“ – ab 20. März im Handel. It will be great. You will love it. Or as your Kellyanne would say: „Go buy Anjas book!“

 

 

 

 

 

Die Mira in Italienisch

Seit Neustem gibt es die „Linkslesestärke“ nicht nur in Deutsch, sondern auch in Italienisch. Nie hätte ich gedacht, dass man diese vielen Wort-Verdreher in andere Sprachen übersetzen könne. Jetzt haben die Italiener das Gegenteil bewiesen.

Die neuen, italienisch angepassten Karpiert-L-Wie-Netten hat – wie für die deutsche Ausgabe – wieder Stefanie Jeschke gezeichnet. Erschienen ist „Mira Kurz Capelli rosso cuoco“ beim Erickson-Verlag aus Trento.

Ganz schön lustig, die eigenen Worte zu lesen und nix davon zu kapieren. Na gut, nahezu nix. Immerhin, soviel konnte ich dann rauspicken, die Italiener waren nicht so streng wie die Bayern, die einen Teil der „Linkslesestärke“ in einem Schulbuch abgedruckt haben. Bei den Bayern durfte „der Freund, der immer in mein Badewasser strullert“ jedenfalls nicht drin bleiben. Bei den Italienern schon, da heißt es:“Il mio amico che fa sempre pipi nella mia vesca da bagno“. Klingt irgendwie fast schon poetisch.

Auch das Spiel mit dem Buchstabenverdrehen („al gioco delle lettere invertite“) ist geblieben – ich kann mir vorstellen, dass es die Übersetzerin bestimmt in die Verzeiwflung getrieben hat.

Aschenputtel, äh Taschenputel, heißt italienisch verdreht nun „Reneccentola“ (richtig: „Cenerentola“).

Und Der Wolf und die sieben jungen Geißlein, äh Golf und die sieben jungen Weißlein, heißt: „Il cupo e i sette lapretti“ (richtig“ Il lupo e i sette carpretti“).

Vielleicht sollte ich mein Speisenkarten-Italienisch doch mal kräftig aufmöbeln, damit ich noch mehr von den vertsteckten Spielereien verstehen kann…