Ein volles Jahr 2022




Ein paar Stationen 2022.
"Unser Sohn J. kam an der Schule Steinhausen in den Genuss einer Lesung durch Sie. J. meidet seit Jahren Bücher und liest lediglich das, was er unbedingt muss um seine Hausaufgaben zu lösen.  Nach Ihrer Lesung kam er schwer begeistert von der Schule nach Hause und hat sich sogar in der Mediathek als Erster „Linkslesestärke“ ausgeliehen. Und er hat es tatsächlich geschafft das ganze Buch zu lesen - für ihn ein riesengrosser Effort. Entsprechend stolz war er auf sich. Seither hat er tatsächlich angefangen auch andere Bücher zu lesen und zu Weihnachten hat er sich „Linkslesemut“ gewünscht - noch vor ein paar Monaten undenkbar. Ich möchte Ihnen von Herzen für diese wunderbare Begegnung danken. Für J. war es ein riesiger Gewinn." 

Das war – ehrlich gesagt – meine schönste Weihnachtspost in diesem Jahr. Mit dieser Nachricht, die mich an Heiligabend aus dem Kanton Zug erreicht hat, beschließe ich ein sehr turbulentes Autorinnenjahr. Genau 99 Lesungen waren es 2022. Das ist mein bisheriger Jahresrekord. Klingt nach viel Reisen, viel Kofferpacken, vielen Eindrücken, vielen Reizen – aber genau das ist ja das Reizvolle daran. Vielleicht liegt es daran, dass ich einfach in einer sehr, sehr netten Blase unterwegs bin mit den Kinderbuchleuten, ganz gleich, ob das jetzt die schreibenden, die lesenden oder die organisierenden Buchmenschen sind. Und es waren so viele tolle, wunderbare, strahlende Begegnungen darunter, dass ich ganz glücklich und dankbar das Jahr beschließen darf (das für viele überhaupt nicht so glücklich war und was ich hier nicht vergessen will).

Anfang 2022 waren die Corona-Maßnahmen ja auch noch so streng, dass die meisten Lesungen online stattfinden mussten, so auch die in Zürich (da darf ich im nächsten Jahr wieder vor Ort sein, worauf ich mich so richtig freue). Aber nach und nach schwanden die Beschränkungen und wir konnten wieder mit viel Entdeckerfreude durch die Landen reisen. Und ja, online ist auch reizvoll, aber solcherlei Begegnungen gibt es dann doch nur in real life: Bei der Premierenlesung meines neuen Buches „Fanny und der fast perfekte Fee“ (erschienen im August 2022) kam in der Pause eine junge Drittklässlerin auf mich zu, fragte nach einer Umarmung und sagte nur dazu: „Ich brauch das jetzt.“ Da nimmt man als Autorin dann genauso viel mit von der Lesung wie die ZuhörerInnen.

Dank der Förderung durch Neustart Kultur konnte ich außerdem mit drei meiner Kolleginnen von den Isarautoren, mit Meike Haas, Margit Ruile und Nina Müller bei rund 14 Stationen in Bayern, Franken und Schwaben haltmachen. In Franken, in Gerolzhofen ist dann auch dieses lustige Fab Four-Bild auf dem Zebra-Streifen entstanden (siehe oben). Man sieht vielleicht ein bisschen von dem kreativen und mitreißenden Spirit, den wir durch die Lande getragen haben. Super, wenn man so inspirierende Kolleginnen hat. Ein paar weitere AutorInnen durfte ich dann auch in Luzern auf der Lesereise treffen, was mich nicht nur wegen dieser wundervollen Leserpost, sondern auch wegen den superengagierten Buchmenschen und der eindrucksvollen Lage gleich verliebt in sich gemacht hat. Verliebt habe ich mich übrigens auch ins reizende Marburg, in die lebendige Spargelstadt Schrobenhausen und die wahnsinnig umtriebigen Bibliotheken in Biberach und Gerolzhofen, in den Lese-Hochsitz in Hammelburg und noch viele mehr. In Marktheidenfeld zum Beispiel bin ich ein bisschen müde aufgeschlagen, denn ich bin frühmorgens mit dem Nachtzug direkt vom Konzert in Berlin angebraust, wo ich meine Allzeit-Lieblingsband Crowded House spielen gesehen habe. War trotzdem (oder wegen des immer noch hohen Glückspegels) eine fabelhafte Lesung! Danke auch an die Veranstalter in Neuenkirchen (mit einer fantastischen Theroetiker-Fanzeichnung), Mannheim (mit aufregender Dunkellesung), Hohenbrunn (wo ich die lieben Kollegen Oliver Pötzsch und Juliane Breinl getroffen habe), Erding und Winhöring, Wörth und Planegg, Donauwörth und Gräfelfing (mit sehr cleveren Kinder-Vorschlägen an die bayerische Politik), aus Kempten, aus dem Vogtland, aus Puchheim, Ludwigshafen und Moorenweis (wo der Schulhund meinem Detektivhund Fonsi die ganze Show gestohlen hat).

Mitgebracht habe ich eine ganz Latte an neuen Wortspielen für www.linkslesestaerke.de. Nur eine kleine, repräsentative Auswahl:

In diesem Jahr war ich auch – auch dank der fabelhaften Vermittlungsdienste einer Lesungsagentin Sabine Fecke – viel in Baden Württemberg unterwegs, sowohl mit Veranstaltungen rund um den Sommerleseclub „Heiss aufs Lesen“ als auch mit den Fredericktagen. Und – das habe ich ja schon ganz oft und viel gesagt – das Ländle hat sich mit den vielen kleinen, bezaubernden Städten ins Herz geschlichen (sodass man die große Baustelle Stuttgart auf dem Weg irgendwie auch verschmerzen kann). Namentlich waren es Sindelfingen mit dem besten Pralinenmacher Deutschlands, Murr mit einem ganzen lesenden Dorf, Schwäbisch-Gmünd mit einer fantastischen Location, Bönnigheim, Urbach, Löchgau, Kernen, Heiningen, Nordheim und Erligheim (beide mit 1a liebevollen Betreuung!), und dann noch Nürtingen, Müllheim, Öhringen, Vaihingen, Blaubeuren (den Blautopf muss ich unbedingt noch sehen!), Bisingen und Baisingen.

Mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner in Feldkirchen-Westerham zur LEsung.

Zwei neue Bücher gab es auch in diesem Jahr: Einmal das schon erwähnte „Fanny und der fast perfekte Fee“, mit dem ich dann auch bei Beltz & Gelberg auf dem Messestand der Frankfurter Buchmesse war. Die Lesungen mit der Fanny liebe ich ja – mit Strumpftattoos und wilder Perücke kann man sich so richtig wild verkleiden. Und dann kam im Herbst noch der dritte Band der „Isar-Detektive“ raus, wieder im Auftrag des Bayerischen Landtags. Landtagspräsidenten Ilse Aigner sprach bei der Vorstellung im Bayerischen Landtag von einer Trilogie auf Augenhöhe mit „Tribute von Panem“. Na ja, es ist jetzt nicht ganz so dramatisch, schließlich geht es nicht um Leben und Tod, aber um sehr mysteriöse Fahrraddiebstähle, die Kinderkommission im Landtag und um Kinderarmut. Gemeinsam mit Frau Aigner durfte ich dann auch noch auf Lesung gehen – in ihrem Wahlkreis. Das sind auch für mich immer besondere Momente, bei denen ich ziemlich aufgeregt bin. Zum Glück sorgend ie Kinder dann immer wieder für Bodenhaftung, die dann einfach mal die Landtagspräsidentin und mich zum Kicker-Spielen herausforderten. Habe ich angenommen und sogar ein Tor für mein Team geschossen. Aber die Präsidentin spielt einwandfrei besser als ich

Wollt Ihr noch ein paar Eindrücke zu dem Buch sehen? Plenum TV hat einen wundervoll bunten Beitrag zu den Detektiven gedreht mit unglaublich viel Politiker-Lob für den Illustrator Stefan Leuchtenberg und mich (ich werde immer noch rot, wenn ich das höre) .

Die Isarautoren.

Nur ein kleiner Ausblick noch am Schluss, was Euch gleich zu Beginn des Jahres 2023 erwartet. Gemeinsam mit meinen KollegInnen der Isarautoren haben wir ein super abwechslungsreiches und spannendes Lesebuch für die Ferien verfasst: „Komm mit in die Berge“, illustriert von der wahnsinnig talentierten Nina Müller. Das erscheint im März beim Schneiderverlag (Harper Collins). Der stoff geht nicht aus – auch im Herbst könnt ihr vermutlich wieder ein neues Janotta-Buch lesen. Ihr dürft gespannt sein.

Vorlesen!

Vergangene Woche war ich unterwegs in Feldkirchen-Westerham und Holzkirchen mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner und dem dritten Band der „Isar-Detektive“ zum bundesweiten Vorlesetag. Natürlich hat die Präsidentin auch selbst vorgelesen – war ja schließlich Vorlesetag und die „Isar-Detektive“ sind schließlich das Leseförderprojekt des Bayerischen Landtags! Und die bayerischen Landtagsabgeordneten gehen rund um den Vorlesetag damit in die Schulen und stellen das Buch vor.

Dabei kann die Landtagspräsidentin nicht nur gut vorlesen, sondern auch fulminant kickern. Das steht schließlich genauso im Band 3 „Eine Falle für die Fahrraddiebe“. Und was im Buch steht ist bekanntlich immer richtig, gell? Vielleicht waren aber auch die Holzkirchner Kinder, die uns herausgefordert haben an ihrem Schulkicker, nur höflich und haben uns gewinnen lassen. Denn wundersamerweise habe sogar ich einen Treffer erzielt. Egal, toll war’s und sehr, sehr kurzweilig. Gewonnen haben die jedenfalls die Kids – ein neues Buch zum Lesen oder Vorlesen, je nachdem.


Fotos: Gabriele Dorby

Lesen öffnet Welten

„Sie haben eine richtig schöne Autorenstimme“. Bei solch fundamentalen Komplimenten mag man gar nicht mehr aufbrechen und möchte am allerliebsten einfach nur bleiben. Und irgendwie schien es den Kindern in Hergiswil ganz genauso zu gehen. Denn die Schülerinnen aus der Klasse wollten sich zumindest mal mit einer Umarmung verabschieden. Übrigens war es nicht nur in Hergiswil so herzlich. Auf der gesamten Reise mit „Kultur aus erster Hand“ durch das Land um Luzern haben sie es mir total leicht gemacht, Land und Leute ins Herz zu schließen. Mit viel Schoggi, supernetten Mediatheks-Leiterinnen, witzigen – und vor allem: sehr belesenen Kindern.

In Steinhausen kamen die SchülerInnen mit – ungelogen! – meterlangen Fragezetteln ein. Ob ich lieber für Jungen oder Mädchen schreiben würde, stand da zum Beispiel drauf. Knifflige Frage. Für freche Kinder, sage ich nach einigem Überlegen, egal ob Jungs oder Mädchen. Was ich geworden wäre wenn nicht Autorin? Oha, Konditorin vielleicht? Jedenfalls mussten wir mittags die Location räumen – für die Yogastunde der Lehrer. Und das diese Stunde absolut Wirkung zeigt, konnte ich sofort sehen, so entspannt und warmherzig wie der Empfang dort war. Toll.

In Stans haben sie sogar eine eigene Abteilung mittlerweile für „Super lesbar“-Bücher von Gulliver. Da ist natürlich auch ein Janotta-Buch dabei: „Die Nacht in der Schule“. Aber dort habe ich dann doch – wie überall in auf dieser Lesereise – aus der „Linkslesestärke“ gelesen. Mein Schweizer-Deutsch muss noch besser werden – denn was ein Drück-Chäschtli ist, habe ich leider nicht ganz begriffen. So was wie ein Tischkicker vielleicht? Oder ein Flipper? Kann mir jemand helfen, bitte? Hier ist das gemalte Wort-Spiel dazu.

In Entlebuch, einem Ort, wo es in abenteuerlichen Serpentinen hoch hinaus ins Schulhaus geht (danke fürs Abholen, übrigens!) gibt es einen Lesekreis mit 19 Hockern, unter jedem liegt ein dickes Buch, das die Kinder lesen können, bis die Pause zu Ende ist. Ziemlich coole Idee, weil so auch ein paar von den Jungs, die nicht so gern lesen, dicke Schmöker angehen. Überhaupt, das Lesen ist einfach ein superwichtiges Anliegen in den Schulen rund um Luzern. Große und üppig ausgestattete Schul-Mediatheken lassen wirklich nicht den geringsten Wunsch offen.

Dass die Kids so viel lesen, Bücher und der Umgang für sie selbstverständlich ist und dass sie auch über Bücher und Autoren so viel wissen, liegt bestimmt an einer ganz besonderen Frau im Kanton: Leslie Schnyder. Sie organisiert Jahr für Jahr die Lesereisen im Herbst. Dieses Jahr zum 50sten Jubiläum von „Welten öffnen“, hat sie 50 deutsch- und schweizerdeutschsprachige Autoren nach Luzern gebeten, die alle innerhalb von drei Wochen über 700 Lesungen absolvieren. Da kommen einige schon viele und lange Jahre nach Luzern, was wir in den langen und ereignisreichen AutorInnenabenden ausführlich diskutiert haben. Da kann ich wirklich sehr gut verstehen, dass ein Kollege gesagt hat, Luzern sei immer sein liebster Termin im Lesungsjahr.

Danke für die Einladung. Darf ich wiederkommen? Nicht nur wegen Schoggi und den Umarmungen? Denn „Schullesungen eröffnen Welten“. Übrigens auch für die lesenden AutorInnen.

Nachdem ich diese Woche nur mit der „Linkslesestärke“ getourt bin, habe ich jede Menge neue Worträtsel mitgebracht. Wollt Ihr mal sehen? Wie immer findet Ihr alle Wortspiele hier in der Wort-Acker-dem-ih auf www.linkslesestaerke.de

Von Fredericksmäusen und Trommelwirbel

Es ist fast schon ein bisschen Tradition, dass wir Schreibende im Oktober nach Baden-Württemberg reisen auf den Spuren der Maus Frederick von Helme Heine. Denn die Maus, die lieber Farben und Wörter sammelt für den Winter, ist das Vorbild für den Frederickstag, einer – entgegen dem Namen – mehrtägigen Veranstaltungsreihe mit vielen Lesungen für Kinder im ganzen Bundesland. Auch ich war eine ganze Woche unterwegs durch die schönen Städte im Südwesten von Deutschland.

Und wieder musste ich feststellen, dass die Schönheit von Baden-Württemberg, die sich in Stuttgart nun nicht unbedingt gleich erschließt, in der Provinz liegt. Nur mit dem Wettermacher muss ich noch ein ernstes Wort reden: Denn ausgerechnet in Blaubeuren, wo die Reise begonnen hat, hat es in Kübeln geschüttet, sodass ich den Blautopf leider nicht erkunden konnte. Aber wer weiß, vielleicht, ist das ja auch ein guter Grund, um wiederzukommen. Die Bücherei, fast sechs Jahrhunderte alt, wäre ganz definitiv ein Grund , ebenso wie ihre wunderbar warmherzige Leiterin Frau Hoguet-Berger.

In Bisingen einen Tag später gab’s für mich eine Premiere der besonderen Art. Zwar spielt „Die Nacht in der Schule“ im Musiksaal, aber gelesen habe ich das Buch noch nie in einem. Und schon gar nicht in einem, in dem ein komplett funktionstüchtiges Schlagzeug steht. Klar, dass wir die entsprechende Schlagzeug-Szene mit echtem Trommelwirbel spielen mussten. Super war’s.

In Murr liest die ganze Stadt. Ungelogen. Bei den Lese-Rallyes packt sogar der Bürgermeister ein Buch aus und liest den anwesenden Gästen vor. Das muss an der rührigen Frau Nikolaizig liegen, die das Lesen von der Bücherei in die Stadt trägt. Auch die Grundschulklassen, die bei mir „Fanny und der fast perfekte Fee“ gehört haben, sind eifrig lesend unterwegs. Meine „Linkslesestärke“ hatten sie „zur Einstimmung“ schon mal vorab gelesen. Deswegen wollte ein Zweitklässler auch gleich wissen, warum es bei mir so viele Schimpfworte gäbe. Also ja, äh, ach … Verdammt, ertappt.

In Baisingen kamen sie alle, die erste, zweite, dritte und vierte Klasse, über 40 Kinder der superkleinen Dorfschule, in der es sehr warmherzig und liebevoll zugeht. Da passte „Annemone Apfelstroh“ wunderbar ins Programm. In der Realschule in Vaihingen (Enz) waren sie mit vielen, sehr spannenden Fragen mit dabei beim „Theoretikerclub“. Und dann ging es nochmals nach Öhringen, wo ich für den erkrankten Matthias Jeschke (gute Besserung, lieber Kollege!) einspringen durfte. Da war ich ja letztes Jahr schon, bin aber immer noch ein Riesenfan des Lesesaals in der Bücherei. Hier saßen nämlich früher die Ritter und tagten hinter Butzenscheiben und einer unglaublich beeindruckenden Einlass-Tür. Bilder davon gibt es übrigens auch hier.

Ach ja, und weil ich wirklich nahezu aus allen aktuellen Büchern vorgelesen habe, habe ich natürlich auch für die „Linkslesestärke“ einige neue Wortspiele mitgebracht:

Die Isar-Detektive – als Trilogie

MDL Johannes Becher und Tanja Schorer-Dremel von der Kinderkommission des Bayerischen Landtags.

Eine echte Trilogie hätten wir mittlerweile vorliegen, ähnlich wie „Die Tribute von Panem“, sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner am vergangenen Montag bei der Buchvorstellung des neuesten und dritten Band der „Isar-Detektive“. Dieses Mal hatte das Hohe Haus vier Klassen eingeladen, denen Landtagspräsidentin Ilse Aigner das Buch vorstellte und aus dem ich dann später vorlesen durfte. In der ersten Reihe saßen Mitglieder des Präsidiums, die Kinderkommission und die Abgeordneten aus den Wahlkreisen der Schulklassen.

Bei soviel prominenter Beobachtung – das Fernsehen war auch da – werden mir ja immer schnell die Knie weich. Vorab gab es zudem noch eine Diskussionsrunde mit der Landtagspräsidentin und Illustrator Stefan Leuchtenberg und mir. Aber Glück gehabt, alles gut gegangen.

Diskussion und Lesung liefen echt rund und die Kinder haben sich super gefreut, als sie nach der Lesung nicht nur eine Detektivtour zu den Schauplätzen von Band 1 machen durften, sondern danach auch Band 3 in der Hand hielten.

Stefan und ich waren sehr schnell umzingelt von Trauben von Kindern, die das Buch sofort signiert haben wollten. Sogar Sebastian Wibbe, unser Koordinator bei Oetinger, ohne den überhaupt keine einzige Zeile geschrieben werden würde, musste unterschreiben, ebenso Anja Sieber, die im Landtag das Projekt koordiniert. Das hat mich persönlich sehr gefreut, denn es sind so viele Leute an dem Projekt beteiligt, die nicht vorne auf der Bühne stehen und den Applaus bekommen. Dabei gebührt er ihnen mindestens ebenso.

Was mir ganz wichtig war: Ich durfte auch meine Mission erfüllen. Denn ich nehme ja bei den Lesungen immer die politischen Anregungen der Kinder mit und notiere sie auf dem Isar-Detektivblock. Wie versprochen habe ich diesen nun der Kinderkommission übergeben. Denn an dieser Stelle sind die Ideen und Anregungen der Kinder einfach am allerbesten aufgehoben.

Nur beim Kickern hätte es besser laufen können, da habe ich leider in der Verteidigung nicht verhindern können, dass wir ein Tor vom Team Landtagspräsidentin kassiert haben.

Das Team der Isar-Detektive: Projekt-Koordinator Sebastian Wibbe, Anja Janotta, Anja Sieber Projektleiterin vom Bayerischen Landtag, Illustrator Stefan Leuchtenberg.

Es geht ja nicht gleich um Leben und Tod wie bei den Panem-Büchern, die die Landtagspräsidentin erwähnt hat, aber spannend ist es schon in Band 3. Denn dieses Mal sind Elias, Metti, Flo und Balu einer ausgebufften Bande von Fahrraddieben auf der Spur, auch Mettis und Elias‘ Fahrrad wurden gestohlen. Weil aber Elias‘ Mitschüler Tim plötzlich in Verdacht gerät, ermitteln die Detektive parallel zu einem ganz anderen Thema: Kinderarmut. Und das führt sie schnurstracks in den Bayerischen Landtag, wo sie sich gleich mal mit der Kinderkommission besprechen. Angemessen bei einer Runde Kicker. Nur Flo ist nicht dabei, denn die will in jeder freien Sekunde aus ihrem neuen Hund Fonsi einen waschechten Detektivhund machen – na ja, sie versucht es zumindest. Ob die Detektive bei dieser großen Ablenkung auch den Fahrraddieben auf die Spur kommen – wer weiß. Das müsst ihr selber nachlesen. Wie immer kann man Klassensätze umsonst beim Bayerischen Landtag bestellen: www.isar-detektive.de. Wer lieber einen Einzelband möchte: Das Taschenbuch kann nun auch im Buchhandel erworben werden.

Zum Schluss sei nur kurz erwähnt, die Panem-Trilogie hat ja erst kürzlich ein Prequel bekommen – Band 4 würde ich natürlich ebenso schreiben, Wenn mich jemand fragt. Andeutungen gab es jedenfalls schon mal.

Und hier, ganz zum Schluss, noch ein sehr feiner Beitrag über die Schulklasse aus Postmünster. Und die SchülerInnen aus Cham waren auch ganz fleißig mit ihrer begeisterten Berichterstattung.

Fanny und die fast perfekte Premiere

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Bücher sind immer so etwas wie eigene Kinder. Wenn man sie dann in die Welt hinauslassen muss, dann ist es, als müsse man das erwachsene Kind ziehen lassen und könne nur noch zuschauen, ob man ihm alles mitgegeben hat, um sich zu bewähren. Und so ist es dann auch bei der Premierenlesung von jedem Buch: Man wartet gespannt und nervös, ob sich alles fügt, ob die Gags zünden und – in diesem Fall – ob die Masche mit den Strumpf-Tattoos auch klappt. Ja, hat es. Sogar super.

Und die Kids in Bad Säckingen haben getobt. Also, Fanny, das machen wir ab jetzt öfter. Schließlich ist meine neue Heldin in den Buchläden auch schon angekommen – wie hier in Radolfzell in der Buchhandlung am Obertor. Bei wunderbarem Herbstwetter am Bodensee durfte ich übrigens eine sehr feine Abschlussveranstaltung des Sommerleseclubs „Heiß auf Lesen“ lesend begleiten. Macht immer wieder Spaß. In Trossingen am Tag drauf übrigens ebenso – hätte mir fast ein Hohner gekauft (die Bücherei liegt nämlich auf dem ehemaligen Gelände der weltweit bekannten Fabrik für Akkordeons).

Aus Trossingen und Müllheim habe ich übrigens auch wieder ganz viele tolle Wort-Spiele für das Wörterbuch der „Linkslesestärke“ mitgebracht. Ganz herzlichen Dank für die fabelhafte Einladung zur Lesereise, liebe Büchereifachstelle des Regierungspräsidiums Freiburg. Ich komme auch gerne wieder. Die Fanny fühlt sich nämlich pudelwohl in BaWü.

Unsere Neuzugänge in der Wort-acker-dem-ih auf www.linkslesestaerke.de: Ver-2-Feld, Kinder-Garten, Ka-Fee, Groß-Mutter, Büchere-Ei, Buch-Regal, Eltern-Abend, Eis-Würfel.

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Book Birthday außer Kontrolle

Mein Autorinnen-Regal bekommt Zuwachs. Seit dem 17. August ist „Fanny und der fast perfekte Fee“ auf dem Markt. Und damit sich die Fanny mit ihrem Fee Jerome unter all meinen Charakteren und eigenwilligen Romanfiguren gut aufgenommen fühlt, habe ich ihr eine große Party zum Book Birthday geschmissen. Alle waren eingeladen: Mira aus der „Linkslesestärke“, Knut, Linus, Roman und Albert aus „Der Theoretikerclub“, Vicky, Bella und Franka aus „Die Trabbel-Drillinge“, Naomi und Adrian aus „Meine Checkliste zum Verlieben“ und Sophia und Jamie aus „Die Nacht in der Schule“.

Na ja, hinterher sah es aus wie auf dem Schlachtfeld. Was aber nur zum Teil an den anderen Figuren lag, sondern mehr an Jerome, dem Titelhelden und der fast perfekte Fee. Der wollte nämlich unbedingt die Kerzen mit Magie auspusten. War jetzt nicht so erfolgreich. Aber seht selbst:

Worum es dabei geht? Fanny muss sich unbedingt mit Kim anfreunden. Er wird nämlich als Einziger nach der vierten Klasse auf ihre neue Schule gehen. Und ohne jemanden, den man da kennt, ist man verloren, glaubt Fanny. Leider ist das Kim ziemlich egal. Da taucht Jerome bei Fanny auf. Ein männlicher Fee in Ausbildung. Mit Tattoos, Hang zu Schnulzen und schlechter Musik. Er richtet mehr Chaos an, als ihm lieb ist. Und ausgerechnet der soll die Sache mit Kim regeln?! Eine charmante und witzige Geschichte über Freundschaft, einen männlichen Fee und den Mut, an sich selbst zu glauben (auch für Kinder, denen das Lesen noch nicht leicht fällt). Erschienen ist die Geschichte für Leser:innen ab 9 Jahren bei Gulliver. (ISBN‎ 978-3407812940)

Die bezaubernden Illus sind übrigens von der grandiosen Mareikje Vogler. Jerome sieht noch viel cooler und noch viel witziger aus als ich ihn mir vorgestellt habe.

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Heiss auf Lesen im Länd

Heiss auf Lesen!

Baden-Württemberg ist ja – wir haben die Werbung jahrelang gehört – das Land, in dem man es nicht so hat mit dem Hochdeutsch. Aber dafür mit dem kreativen Umgang mit Sprache und Worten, nicht zuletzt nennt sich das Bundesland derzeit „The Länd“. Wie kreativ es hier zugeht – das haben mir die Zuhörerinnen und Zuhörer meiner jüngsten Lesereise eindrucksvoll bewiesen. In Erligheim und in Kernen malten die jungen Zuhlrerinnen und Zuhörer viele findige Wortspiele. Eines davon ist zum Beispiel „Heiss auf Lesen“, das sich ein Mädchen aus Kernen ausgedacht hat. Denn meine zwölf Lesungen fanden zum Auftakt des Sommerleseclubs der Büchereien im Regierungsbezirk Stuttgart statt, der unter diesem Motto läuft „Heiss aufs Lesen“.

Kunst in Urbach, dahinter die Original-Fachwerkwand.

Dank der umfassenden Förderung durch Neustart Kultur führte mich die Reise auch in kleine Orte, wie eben Erligheim und Kernen – und dazu noch Löchgau, Bönnigheim, Urbach, Nordheim, Nürtingen-Oberensingen oder Heiningen, also in Büchereien, die sonst vielleicht keinen so großen Lesungsetat haben. Was total schön war, denn in diesen kleinen Ortschaften sind so manches Mal ein beachtliches Aktivitätenprogramm, tolle Aktionen zur Leseförderung und eine bezaubernde Bücherei-Architektur zu bestaunen: das Fachwerk noch aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, die Wandmalereien noch im Original, die geheimnisvoll knarzende Treppe ebenso. In Urbach zum Beispiel, wo neben der Bücherei gleich noch ein Heimatmuseum in dem eindrucksvollen Fachwerkgebäude zu finden ist, nebst aktueller Kunstausstellung. Ein echter Ort der kulturellen Begegnung.

Ist möglicherweise ein Bild von außen
Die Bücherei in Nordheim.

Auch in Nordheim ist die Bücherei schon ein klein wenig älter, so ca. 500 Jahre. Außerdem kann man gleich im benachbarten Garten, der zur Landesgartenschau angelegt wurde, wundervoll schmökern. Hier liegt übrigens beides, ein fabelhafter Picknick- und Schmökerplatz, den ich höchstpersönlich mit den beiden Damen von der Bibliothek austesten konnte.

Wortspiele in Kernen (Foto: Katja Schläfke-Neumann)

Wie nachhaltig die Begegnungen mit den Autoren übrigens sind, hat mir Nordheim ebenfalls gezeigt. Sven Gerhardt, der mit mir und acht anderen AutorInnen die „Annemone Apfelstroh“ verfasst hat, war einige Monate zuvor in Nordheim. Über die Hälfte der GrundschülerInnen, denen ich vorgelesen haben, hatte nach der letzten Lesung „Die Heuhaufenhalunken“ von Sven gelesen. Unglaublich viele! Der Kollege genießt hier jedenfalls fast Heldenstatus. Und ein bisschen von seinem strahlenden Glanz durfte ich zum Glück mit der „Annemone“ nun auch abstauben 🙂

Ist möglicherweise ein Bild von Baum, außen und Schloss

Ganz besonders fasziniert hat mich auch die Architektur in Schwäbisch Gmünd, wo sich die Ortsbücherei in einem vierstöckigen ehemaligen Spital befindet. Es soll Autoren-KollegInnen geben, die hier täglich an ihren Bücher schreiben. Also, wenn das so ist, würde ich mich auch zum Freiwilligen Sozialen Autorenjahr (FSA) bewerben oder auch als Bibibliotheksmaus? Wo finde ich denn das entsprechende Formular?

Nur ein ganz kleiner Eindruck aus Schwäbisch Gmünd.

Wenn es allerdings um das herzliche Willkommen geht, dann würde ich überall im Länd unterschlüpfen. Auch und sofort zum Beispiel in Sindelfingen. Zuallererst wegen der netten Kolleginnen, die ich dann hätte. Und wegen noch etwas: Hier hat der Deutsche Meister der Pralinenkunst eine Filiale hat (die Erzeugnisse durfte ich gleich mal austesten, dankeschön!). Aber nicht nur in Sindelfingen, so liebevoll, absolut persönlich und warmherzig war der Empfang überall, dass ich überall hin gerne nochmal wiederkäme – zur Not auch in einem FSA.

Jedenfalls haben wir ordentlich Stimmung gemacht für „Heiss auf Lesen“, denn die Temperaturen sind so richtig in die Höhe geklettert. Bis auf 37 Grad sogar. Also, wenn das mal kein gutes Omen ist für die Sommerleseaktion. Ganz herzlich Danke für die tolle Einladung an alle beteiligten Büchereien und ein besonderes Dankeschön an die Büchereifachstelle und das Regierungspräsidium Stuttgart für die lückenlose Organisation.

Ach ja, und das sind dann übrigens meine Neuzugänge aus dem Länd, die im Wörterbuch der „Linkslesestärke“ aufgenommen wurden:

Auf neuen Wegen mit Neustart Kultur

The reading four: Meike Haas, Nina Müller, Anja Janotta, Margit Ruile.

Meistens packen wir unsere Lesungskoffer allein, hieven den einsam von Bahn zu Bahn und finden uns dann später irgendwo in einer fremden Stadt wieder beim Dinner for one. Aber zum Glück ist das nicht immer so: Dank Neustart Kultur hatten meine fabelhaften Isarautoren-Kolleginnen Meike Haas, Nina Müller, Margit Ruile und ich im Frühsommer die Gelegenheit, zusammen auf Tour zu gehen. Eine Tour, die uns bis tief hinein nach Franken und ins schöne Biberach geführt hat. Ursprünglich hatten wir nur eine gemeinsame Woche dafür in unseren Terminkalendern freigeräumt, schlussendlich sind es 12 Termine geworden (und zwei kommen noch). Denn Neustart Kultur hat wohl unsere Idee ganz fulminant gefunden – vier Autorinnen, die für Kinder von 5 bis 15 Jahren vorlesen, jede für eine andere Altersstufe. Und so wurden wirklich alle Anträge bewilligt. .

Ist möglicherweise ein Bild von Innenbereich

Das Schöne: Nicht nur waren wir die ganze Tour zusammen und hatten öfter mal ein Dinner for four. Die Reading Four haben auch viele sehr schöne und kreative Büchereien besichtigen können: In Gerolzhofen zum Beispiel, wo es neben einem Maker Space bald auch einen Escape Room in der sehr rührigen und engagierten Bücherei geben wird. Dort übrigens ist dieses wunderbare Bild entstanden (Danke nochmals, liebe Julia Rehder.)

In Hammelburg haben wir den Hochstand besichtigt und ausprobiert, der eigentlich eine Leseecke ist. In Biberach haben wir die beeindruckend ausgestattete Mediathek bestaunt, die nicht nur wegen ihrer „Bücherei der Dinge“ mehrfach ausgezeichnet wurde. In Wört haben wir die gesamte Grundschule bespielt. Und im quirligen Schrobenhausen haben wir uns erst einmal durch ein gemütliches Wein- und Spargelfest den Weg bahnen müssen, um zur Lesung zur gelangen (ja, die Ablenkungen auf so einer Reise können vielfältig sein). In Dorfen begrüßte der Bürgermeister die lesenden Gäste höchstpersönlich.

In Marktheidenfeld war ich im vergangenen Jahr schon, und auch dieses Mal war es etwas Besonderes, denn zwischen den Lesungen am Vortag und der Lesung am Tag darauf, habe ich einen Mini-Abstecher nach Berlin gemacht, um meine Lieblingsband Crowded House (verewigt in „Meine Checkliste zum Verlieben“) im Tempodrom zu sehen. Der Nachtzug war pünktlich wieder zurück und ich trotz Schlafentzug so voll Adrenalin, dass es eine wundervolle Lesung wurde. Trommelnde und stampfende Füße für „Die Nacht in der Schule“.

Leider hat mich für die letzte Woche doch der Virus erwischt – aber das ist ja auch das Tolle an den wunderbaren Isarautoren-KollegInnen: Ein Ersatz war in nullkommanix gefunden. Tausend und einen Dank an die Förderung Neustart Kultur, die diese gemeinsame Lesereise möglich gemacht hat, und an die wunderbaren, herzlichen Büchereileitungen, die uns so süß und besorgt betreut haben. Wir kommen gerne wieder – oder wir empfehlen unsere tollen anderen KollegInnen weiter. Die sind nämlich auch alles wunderbare VorleserInnen.

Übrigens hier gibt es einen wunderbaren Beitrag über unsere Lesungen in Hammelburg.

Schweizer Flagge und Red Bull

Immer wenn ich in die Schweiz komme, lerne ich was dazu. Einen Tirggel kannte ich zum Beispiel bis vorgestern noch nicht. Das ist ein Honig-Gebäck, das ähnlich wie ein Spekulatius geprägt wird. In den Teig kann man auch ein Schul-Emblem einprägen – wie zum Beispiel das der Schule Meilwiese im Hinwil. Die engagierte Schulleiterin aus Hinwil hat mir dieses leckere Gebäck zum Dank geschickt. Fast zu schade, um daran zu knabbern. Ich glaube, ich werde es lieber als Erinnerung an diese schöne (virtuelle) Lesereise in die Schweiz behalten. Solche schönen Momente und Begegnungen sollte man nämlich achtsam aufbewahren.

Das ist noch etwas, was ich hinzugelernt habe: Die Wertschätzung und Achtsamkeit, die in dem Schülerbild der Lehrpersonen hier in Zürich und Umgebung zugrunde liegen. Mit eben jener Rektorin aus Hinwil habe ich darüber unterhalten: Wertschätzung für jeden einzelnen lernen die Kinder schon in der Schule und durch Vorbilder. Das hat aber auch ganz grundlegende individuelle Konsequenzen: Dass ein Lehrer aus Stallikon zum Beispiel bei mir extra noch mal anfragt, wie er seine besonders schreibbegabte Schülerin coachen kann, dass sie ihr erstes Buch schreibt. Dass ein trauriger Schüler samt Mutter in Quarantäne zugeschaltet wird, damit er nur nicht die Lesung in Seuzach nicht verpasst.

Und ich bin mir sicher, diesen genauen und persönlichen Blick bekommt man umgekehrt genauso zurück. Jedenfalls hatte ich den Eindruck bei meinen Lesungen. Die diesjährigen Fragerunden in den Schweizer Schulen waren zum Beispiel so richtig gut vorbereitet und mit cleveren Fragen gespickt. Zum Beispiel die aus Dänikon, ob ich lieber den Anfang oder das Ende eines Buches schreibe. Darüber habe ich mir eigentlich noch nie Gedanken gemacht und ich musste den ganzen Nachmittag nachgrübeln über diese Frage. (Die Antwort ist: Das Ende, weil man dann seine Helden stärker, mutiger und schlauer in die Welt ziehen lässt). Und so geht dann auch mal eine gute halbe Stunde für die Plauderei zwischen SchülerInnen und Autorin wie im Flug vorbei. So eine Wertschätzung ist so fabelhaft und hinterlässt auch eine Autorin ganz inspiriert und motiviert in die nächste (Schreib-)Woche.

Ich glaube, ich wäre gern in der Schweiz in die Schule gegangen. Vielleicht hätten wir da auch ein paar nette Abitur-Streiche ausgeheckt, wie sie mir von den Lehrpersonen bei den Lesungen zu „Die Nacht in der Schule“ erzählt wurden: Mal schnell das Cabrio des Französischlehrers zum Verkauf ausschreiben oder die Schule mit Draht umwickeln, sodass es einen ganzen Tag schulfrei gibt.

Noch was Neues habe ich gelernt: Wortspiele malen kann man fabelhaft auch per digitaler Lesung. Die Kinder haben mir ihre schönsten Entwürfe einfach in die Kamera gehalten und wir haben mit der Parallelklasse gemeinsam geraten. Da waren fabelhafte Sachen dabei wie Face-Book, Blau-Bär-E, Leer-er, Links-Lese-Stärke und Wasser-Fall. Bin immer noch ganz geflasht vom Einfallsreichtum der jungen Malerinnen und Maler.

Also, liebes Team vom Schule & Kultur, wenn Ihr das lest: Ich komme gerne wieder. Diese wechselseitige Wertschätzung ist ein besonderes Geschenk, das ich sehr genossen habe und die ich gerne immer wieder zurückschenke, wo es geht. Apropos Geschenk, die SchülerInnen, ihre Lehrerin und die Bibliotheksleiterin aus Stalikon haben mir auch eins gemacht. Nicht nur was zum Naschen, das auch, aber auch einen kleinen Feedback-Bogen zum „Theoretikerclub“. Hach, auf dieser Welle der Guten Laune kann ich doch getrost ins Wochenende.