Kinder nicht unterschätzen

Die letzten Wochen waren die Isar-Detektive ziemlich fleißig und auf vielen Ermittlungen unterwegs. Unter anderem auch in Cham, wo sie gemeinsam mit Gerhard Hopp und mir auf der Bühne standen.

Gerhard Hopp ist nicht nur Landtagsabgeordneter in Bayern und Mitglied des Präsidiums, sondern auch selbst Autor des spannenden und unterhaltsamen Polit-Krimi für Erwachsene: „Die Akte Schleißheim“ (Emons). Beide Krimis spielen – lustigerweise – in den Katakomben des Maximilianeums – dem wahrscheinlich gruseligsten Platz im Bayerischen Landtag. Wahrscheinlich, weil uns beiden Autoren gleich von der ersten Sekunde klar war: Hier ranken sich die meisten Geheimnisse, das ist der ideale Schauplatz für einen Krimi, egal ob für Kids oder für Große.

Aber bei der Lesung in der Grundschule in Cham ging es erst mal um den Kinder-Krimi. Aber nicht nur das. Wir haben die Schülerinnen und Schüler gefragt, was sie machen würden, wenn sie selbst politisch entscheiden würden. Und da kam Erstaunliches zutage: Mehr Radlwege bauen zum Beispiel, sich gegen Rassismus, sich für die Freiheit und den Tierschutz einsetzen. Den Klimaschutz stärken. Hausaufgaben abschaffen.

Und das sind nur ein paar Beispiele. Ich bin immer wieder erstaunt, wie genau die Kids heute Bescheid wissen, wie viel sie schon gehört haben und wobei sie mitreden könnten.

Auch bei meinen fünf – übrigens ebenso fabelhaften – Lesungen für die Stadtteilbibliotheken in München zu den Projekttagen an den Schulen hatten die Schülerinnen und Schüler jede Menge toller Vorschläge: Glasflaschen an der Isar und an den bayerischen Seen verbieten, Tabaksteuer erhöhen, nur noch E-Autos zulassen, Kreuzfahrtschiffe verbieten, strengere Gesetze zur Verhinderung von Tierquälerei (und daneben noch: mehr Skate-Parks für München). Großartig, mit welchen wachen Augen und genauen Vorstellungen die Viertklässler heute unterwegs sind. Mir scheint es, als wüssten wir gar nicht so genau, mit welchen lebenswichtigen und weitreichenden Problemen sich die Jungen heute beschäftigen.

Deswegen: Unterschätzt die Kids von heute nicht, liebe Leute. Die haben so viel mehr begriffen als wir ihnen zutrauen. Und das ist noch viel mehr als Fridays for future. Vielleicht sollten wir ihnen viel öfter, viel länger und viel intensiver zuhören. Nach den bayerischen Sommerferien mache ich damit gleich weiter. Dann gibt es wieder viele neue Lesungen. Bis dahin sage ich es am besten mit einem der Isar-Detektiv Balu: „Auf die Ferien!“

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